Brücken sind faszinierende Bauwerke

Das einfache Brett über einem Gebirgsbach genauso wie die Golden Gate, die Rialto und die neue Traunbrücke. Das Wort Brücke kommt in der Bibel so nicht vor - und doch ist das, was die Brücke ermöglicht, darin x-fach beschrieben. Gott, der uns Menschen sucht, schickt seinen Sohn Jesus Christus auf die Erde und macht ihn zur Brücke in Menschengestalt.

Brücke sein zwischen Mensch und Mensch, zwischen Gruppen, die einander fremd sind - das war für Jesus der Inbegriff seiner Sendung, das war sein Auftrag. Jesus begegnete Menschen, die durch ein Leiden, eine Not oder ihre Stellung isoliert waren - die drüben waren und nicht herüberkonnten. 

Markus berichtet: Ein Aussätziger kam zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: „Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde“. Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: „Ich will es, werde rein!“ Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz, und der Mann war rein. Jesus schickte ihn weg und schärfte ihm ein: „Geh, zeig dich dem Priester!“ Mk 1,40-45

Die Priester waren damals die Gesundheitspolizei. Solange es nicht geklärt war, durfte der Kranke nicht in bewohnte Gegenden gehen, musste Passanten warnen, ihm nicht zu nahe zu kommen - er war isoliert. Isolation - da steckt das Wort Insel drin - Jesus will Menschen von ihrer Insel holen - und baut Brücken an Tagen und Orten, wo Brücken nicht erwünscht sind. An einem Sabbat besucht er den Gottesdienst in der Synagoge - ganz hinten, in der letzten Reihe entdeckt er einen Mann mit einer verkrüppelten Hand. Da sagt er zu dem Mann mit der verkrüppelten Hand: „Steh auf und stell dich in die Mitte!“

Dieser Mann, der sich schämt, der bei einer richtigen Männerarbeit nicht mit Hand anlegen kann - der soll sich in die Mitte stellen. Der soll sich nicht mehr selbst isolieren, den sollen die anderen nicht ausgrenzen. Jesus heilt die gelähmte Hand. Obwohl es Sabbat ist. Jesus baut Brükken - auch über Tabus hinweg. Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten - zusammen mit den Anhängern des Herodes - den Beschluss, Jesus umzubringen - so groß ist die Feindschaft zur Brücke. Nicht allen passt es, wenn in einer Gesellschaft Brücken zwischen verschiedenen Gruppen gebaut werden - wir erleben das in unseren Tagen auch in unserem Land. Die Mauer statt der Brücke wird wieder häufiger eingesetzt. Wenn wir auf der neuen Traunbrücke stehen, dann weht uns auch manchmal der Wind ordentlich um die Ohren. Das ist so auf einer Brücke. Es erinnert uns daran: Brücke sein ist keine einfache Sache -  es ist Wagnis, es ist Risiko! Unser Land, unsere Stadt, unsere Gemeinde braucht Brückenbauer - und wir haben den besten Brückenbauer zum Vorbild.

Ihr/Euer Alexander Hagmüller

Tageslosung

Tageslosung vom 21.01.2019
Der HERR Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz.
Der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen.